1. Wie kam es dazu diese Hochschulgruppe zu gründen?

Als ich mit dem Studium anfing geriet ich zum ersten Mal durch die Psychosoziale Beratungsstelle der Hochschule mit dem Thema Selbsthilfe in Kontakt. Die Beratungsstelle fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte eine Studierendeninitiativgruppe zu gründen die zur Selbsthilfe von Studierenden ermutigt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine solcher Gruppen an der Hochschule. Die Anfragen der Studierenden zu diesem Zweck wurden jedoch immer gehäufter. Ich willigte sofort ein, da ich die Gruppe für meine Anliegen nutzen konnte und mich besonders die organisatorischen, sowie die Aspekte der Moderation neugierig machten und ich im beruflichen Feld eben diese Organisation und Führung solcher Gruppen anstrebte. Der Aufbau der Gruppe war mit allerlei hierarchischen, bürokratischen und beziehungstechnischen Hürden verbunden und nahm daher einige Anläufe in Anspruch. Einer dieser Anlaufpunkte war der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta), der daraufhin einwilligte Werbung für die Gruppe zu schalten und sich für die Plattform der Hochschulgruppe einsetzte. Ein anderer Anlaufpunkt war die Vorstellung bei der Zentralen Studienberatung, die mich von Anfang an und bis heute bei der Idee mit der Bereitstellung eines Raumes, dem schalten von Werbung und Hinweisen zur Erstellung der Hochschulgruppe unterstützt hat. Außerdem hatte ich dadurch die Möglichkeit auf verschiedenen Veranstaltungen der Hochschule an Podiumsdiskussionen über gesundheitspolitische Themen teilzunehmen, wie beispielsweise auf dem „Diversity Tag“ zur hochschulpolitischen Stärkung des Gesundheitssystems. Die dritte Kontaktstelle war die des Selbsthilfebüros Osthessens des paritätischen Dienstes in Fulda, der mich mit Materialien und Informationsgesprächen zum Aufbau einer Selbsthilfegruppe unterstützte. In den nächsten Schritten ging es dann um die Einführung in die Gruppe einer innerhalb der Gruppenmoderation ausgebildeten Person um den Gruppenprozess voranzutreiben, sowie das Auflisten der Gruppe innerhalb der hessischen Datenbank für Selbsthilfegruppen. Da meine Gruppe die erste hessische Gruppe war, die in das Konzept der „Jungen Selbsthilfe“ fiel, hatte ich dadurch die Möglichkeit an verschiedenen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen des paritätischen Dienstes teilzunehmen. Beispielsweise konnte ich mit dem paritätischen Dienst in Frankfurt an der bundesweiten paritätischen Aktionswoche Selbsthilfe auftreten, um dort Fragen zur jungen Selbsthilfe zu beantworten und ein Sprungbrett für andere interessierte zu bieten. Nachdem wir als Hochschulgruppe eingetragen waren, sowie im Selbsthilfeverzeichnis des paritätischen Dienstes mitaufgenommen wurden, hatten wir ebenfalls die Möglichkeit Anträge zu Finanzierungszuschüssen an die zuständigen Krankenkassen zu stellen. Alle Stationen brachten verschiedene Erkenntnisse und Möglichkeiten mit sich und halfen mir bei der Durchführung meines Projektes in vielerlei Hinsicht.

  • Was kann die Gruppe bewirken?

Es geht um einen Austausch mit anderen Studierenden, die ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. In dieser offenen Studierendeninitiative sollen sich in erster Linie Menschen zusammenfinden, die Themen rund um Angst und Stress verbinden. Die Idee ist, sich Situationen von Angst und Stress zu stellen, sich auszutauschen, sich gegenseitig Mut zu machen und unterstützend zu wirken. Wir tauschen Erfahrungen aus, lernen voneinander und üben durch Gespräche in einem geschützten Forum, uns mit anderen offen auszutauschen und mithilfe dieser Erfahrungen zu wachsen. Darüber hinaus kann die Gruppe jedoch auch für weiterführende Anliegen genutzt werden. Die Gruppe kann kollektiv die Lösungskompetenzen verschiedener Persönlichkeiten und deren Lebenswege für jeden zugänglich und nutzbar machen. Dadurch entstehen neue Handlungswege und Möglichkeiten zur Selbsthilfe und persönlicher Entwicklung.

  • Welche Zielgruppe?

In der Gruppe sind aktuelle sowie ehemalige Studenten der Hochschule Fulda. Es sind aus allen Fachbereichen Bachelor- und Masterstudenten vertreten. Das Alter variiert von 18 bis 35 Jahren. Da es sich um eine Gruppe der jungen Selbsthilfe handelt, soll die Gruppe explizit jüngere Menschen ansprechen und diese individuell und auf gesundheitssystemischer Ebene der Hochschule vertreten.

  • Was uns wichtig ist!

Die Gruppe zeichnet sich durch ihre Vielfältigkeit der verschiedenen Persönlichkeiten, Anliegen sowie Stärken und Schwächen aus, die jede einzelne Person mitbringt und in die Gespräche miteinfließen lässt. Die Anliegen und Problemlagen reichen von Fragen zur Studien- und Lebensorganisation bis hin zu psychischen Beeinträchtigungen und Krankheiten. Das Spektrum reicht von Effektivitätssteigerung bis hin zu Selbstgenügsamkeit oder auch von Individualitätsansprüchen bis hin zu Gruppendynamiken oder dem beanspruchen von Führungspositionen. Dadurch dass die Diversität und Themenbreite bewusst breit angelegt ist um verschiedenste Gruppen von Studenten zu erreichen, wird versucht das Thema Selbsthilfe neu anzugehen und allgemein greifbarer zu gestalten um somit mehr von den verschiedenen Persönlichkeiten und Lebenswegen für jeden zugänglich zu machen. Nur so können neue Handlungswege und Möglichkeiten zur Selbsthilfe für Studenten entstehen und für den Eigengebrauch effektiv vermittelt werden.